Aktuelles für Bäcker

Hier informieren wir Sie regelmäßig über Ideen und Neuigkeiten aus dem Bäckerei-Bereich.

Aldi prüft Rückzieher (back.mail vom 28.11.2012)

Der Discounter Aldi Süd prüft Zeitungsberichten zufolge die Abschaffung der erst 2009 eingeführten Backautomaten – nicht zuletzt weil Konkurrent Lidl mit seinem Angebot deutlich erfolgreicher ist, obwohl Aldi mit seinen Backautomaten als erster am Start war. Der Discounter soll in Österreich bereits mögliche Alternativen zum bisherigen Konzept testen, unter anderem den Einsatz von Backöfen.

Riesige Backwarenfabrik (back.mail vom 07.11.2012)

Der Discounter Aldi, der italienische Barilla-Konzern und ein weiterer Konzern aus Skandinavien stecken laut Hannoverscher Zeitung hinter den Plänen für die gigantische Lebensmittelfabrik in Schortens im Kreis Friesland. Die Fabrik, die die Investor Industrial Group for Food Production (IGFP) für rund 350 Millionen Euro baut, soll pro Tag rund 1000 Tonnen Pizzen, Nudel-, Brot- und Backwaren produzieren.

Bäckereien werden weniger – Brötchen wohl teurer (WAZ vom 24.09.2012)

Düsseldorf.  Frühstücksbrötchen beim Bäcker kaufen? Das wird wohl immer schwieriger. Der Verband Deutscher Großbäckereien rechnet damit, dass in den kommenden Jahren mehr als jede dritte Bäckerei schließen muss. Und die, die bleiben, werden wohl teurer.

Das Bäckereisterben in Deutschland geht weiter. Der Verband Deutscher Großbäckereien geht davon aus, das die Zahl der Betriebe in den nächsten Jahren von zuletzt 14.000 auf 8.000 sinken wird , wie Verbandspräsident Helmut Klemme am Montag in Düsseldorf sagte.



Unter Druck gesetzt wird die Branche nicht zuletzt durch die wachsende Zahl von Backstationen bei Discountern und Supermärkten. Ihre Zahl werde in den nächsten zwei Jahren voraussichtlich von derzeit rund 15.000 auf etwa 25.000 steigen, sagte Klemme.

 

Vor allem kleine Bäckereien sterben aus

In der Branche findet seit Jahren ein Konzentrationsprozess statt. Im Jahr 2010, dem letzten Jahr für das Zahlen vorliegen, hatten die 34 größten Unternehmen bereits einen Marktanteil von 30 Prozent. Die knapp 12.000 kleinsten Betriebe erreichten zusammen nur 20 Prozent.

Schlechte Nachrichten hatte Klemme für Verbraucher: Der enorme Kostendruck bei Rohstoffen, aber auch bei Energie- und Personalkosten werde sich wohl in den Preisen niederschlagen. (dapd)



Tausenden Bäckereien in Deutschland droht das Aus (WAZ vom 24.09.2012)

Das Bäckereisterben in Deutschland geht weiter: Nach einer Prognose des Verbandes Deutscher Großbäckereien wird bis 2020 mehr als ein Drittel der Betriebe in der Bundesrepublik aufgeben müssen. Die Zahl der Bäckereien werde von zuletzt 14.000 auf 8.000 sinken wird, sagte Verbandspräsident Helmut Klemme am Montag in Düsseldorf.

 

Düsseldorf (dapd-nrw). Das Bäckereisterben in Deutschland geht weiter: Nach einer Prognose des Verbandes Deutscher Großbäckereien wird bis 2020 mehr als ein Drittel der Betriebe in der Bundesrepublik aufgeben müssen. Die Zahl der Bäckereien werde von zuletzt 14.000 auf 8.000 sinken wird, sagte Verbandspräsident Helmut Klemme am Montag in Düsseldorf.

 

Angeheizt wird das Bäckereisterben nicht zuletzt durch die wachsende Zahl von Backstationen in Discountern und Supermärkten. Ihre Zahl werde in den nächsten zwei Jahren voraussichtlich von derzeit rund 15.000 auf etwa 25.000 steigen, sagte Klemme. Dabei würden schon heute 60 Prozent aller Brote im Lebensmittelhandel verkauft.

 

"Die Verbraucher stimmen mit den Füßen ab: Diese Entwicklung geht eindeutig zulasten der kleinen Bäckereien", sagte Kemme. Ein Grund dafür dürfte das Preisgefälle sein. Ein Kilogramm Brot koste laut Marktforscher GfK beim traditionellen Bäcker durchschnittlich 3,88 Euro, in der Backstation dagegen nur 2,42 Euro, sagte der Verbandschef.

 

Verbraucher müssen mit steigenden Preisen rechnen

 

Der Konzentrationsprozess in der Branche hatte bereits vor Jahren begonnen. Nicht nur viele kleine Betriebe müssen aufgeben, auch Filialketten mit bis zu 50 Verkaufsstellen werden aus dem Markt gedrängt. Im Jahr 2010, dem letzten Jahr für das Zahlen vorliegen, hatten die 34 größten Bäckereien bereits einen Marktanteil von 30 Prozent. Die knapp 12.000 kleinsten Betriebe erreichten zusammen nur 20 Prozent. Seitdem hätten die Großbäckereien ihre Position noch weiter ausgebaut, sagte der Verbandschef.

 

Schlechte Nachrichten hatte der Verbandspräsident für Verbraucher: Der enorme Kostendruck bei Rohstoffen, aber auch bei Energie- und Personalkosten werde sich wohl in den Preisen niederschlagen. Das in diesem Jahr erwartete Umsatzplus der Branche von rund 200 Millionen Euro sei allein auf Preiserhöhungen zurückzuführen, hieß es. Insgesamt rechnet die Branche mit einem Umsatz von fast 18 Milliarden Euro.

 

Deutschland gehört beim Pro-Kopf-Verbrauch mit rund 57 Kilogramm Brot und Brötchen, fast 15 Kilogramm Backwaren und rund drei Kilogramm Backwarenprodukten nach wie vor weltweit zu den Spitzenreitern. (dapd)



Bäckerhandwerk 2011: Der Abschmelzungsprozess ging unvermindert weiter

In 2011 ist die Zahl der in die Handwerksrolle eingetragenen Betriebe erneut um knapp drei Prozent gesunken. Zum Jahresende 2011 waren dort noch 14.170 Handwerksbäckereien verzeichnet, lautet die
Zählung des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks e.V., Berlin.


Damit ging auch im vergangenen Jahr der Abschmelzungsprozess des traditionellen Handwerks unvermindert weiter. Die Gründe hierfür sind seit langem bekannt. Fehlender finanzieller Spielraum, Nachfolgeprobleme, steigender Konkurrenzdruck, verändertes Einkaufsverhalten, steigende
Energie- und Rohstoffpreise sowie - bei vielen, wenn auch nicht allen Betrieben - nur durchschnittliche Qualität und Profillosigkeit.


Doch selbst die Betriebe, die gut aufgestellt sind und über eine gesunde Kundenbasis verfügen, werden von einer Gefahr bedroht: der Demografie. Bei einer generell schrumpfenden Bevölkerung fehlen dem Bäckerhandwerk schon heute die jungen Kunden - und das sind die älteren von Morgen. Der tägliche
oder wenigstens wöchentliche Einkauf im Bäckerladen gehört schon jetzt nicht mehr zur Lebenswelt der jüngeren Leute. Sie sind mit Toastbrot, McDonald's und dem Einkauf im Supermarkt aufgewachsen und bisherige Erfahrungen zeigen, dass ein Mensch seine in jungen Jahren angenommenen Konsumge-
wohnheiten größtenteils „mitnimmt", wenn er älter wird. Zugegeben, viele Menschen, vor allem Frauen, beginnen ihre Ernährung zu überdenken, wenn die ersten gesundheitlichen Zipperlein auftreten - aber dieses Umdenken geht meist in Richtung mehr Obst und Gemüse sowie weniger Fleisch. Gerne auch
mehr Ballaststoffe - aber die gibt es ja nicht nur beim Handwerksbäcker zu kaufen.


Das Überlebensrezept für alle Kleinbäckereien, die nicht an Fifialisierung und Gastronomie teilnehmen können, lautet folglich unisono: Hohe Qualität, Spezialisierung auf ein Kernsortiment sowie gutes Marketing. Damit müssten alle Foodies, die bereit sind gutes Geld für gutes Essen auszugeben, zu erreichen sein. Leider ist diese Käufergruppe in Deutschland aber nicht groß genug, um alle Bäckereien zu retten.

 

[entnommen aus: BackBusiness, Check up 2012, 28. Juli 2012]

SB-Bäckereien: Kaum Expansion, Café-Konzepte weiter stark im Kommen

Eine aktuelle Marktanalyse der Back-Factory GmbH, Hamburg, schätzt die Zahl der SB-Bäckereien auf derzeit 1000 und prognostiziert, es sei in den nächsten zehn Jahren noch für weitere 500 Shops Platz. Diesen Zahlen können wir uns nach den Ergebnissen unseres Rankings nicht anschließen. Wir kom-
men derzeit auf 969 SB-Bäckereien (Vorjahr: 960). Die von der Back-Factory ermittelte 1000-er Marke dürfte demnach schon längst geknackt sein, da unser Ranking nur die großen Ketten listet und kleinere Back-Shops unberücksichtigt lässt.

 

Außerdem scheint sich der SB-Bäckerei-Markt momentan in einer Konsolidierungsphase zu befinden. Konnte er doch laut unserem Ranking im letzten Jahr nur um knapp ein Prozent zulegen. 2011 waren es immerhin noch 3,2 % gewesen. Die einzigen, die ihre Zahl ihrer Standorte zum Vorjahr signifikant steigerten, waren die BackWerk Service GmbH, Essen und die Bäckerei-Konditorei Löscher GmbH, Bochum (Backtreff Löscher). Gleichzeitig zog sich im Juni mit der Wiener Feinbäckerei Heberer GmbH, Mühlheim an der Ruhr, ein großer Bäckerei-Filialist aus dem SB-Bäckermarkt zurück. 15 seiner Brotbäcker Express Filialen im Rhein-Main-Gebiet wurden verkauft. Über den oder die Käufer gab Heberer keine Auskunft. Aktuell unterhält der Bäckerei-Filialist noch drei Brotbäcker-Express-Standorte, die in unserem Ranking nicht mehr berücksichtigt werden. Rund fünf SB-Bäckereien werden gerade zur
Handwerksbäcker-Marke Wiener Feinbäckerei umgebaut.So baut Back-Factory aktuell viele bestehende Standorte um und bei dieser Gelegenheit gleich einen Sitzbereich und SB-Kaffee-Automat mit ein. Das Unternehmen teilte mit, bis 2015 rund 80 % seiner Läden einen neuen Look zu verpassen und mit einer Coffee-Lounge ausstatten zu wollen. Erst dann solle es mit der Expansion an neuen Standorten weitergehen. Ähnliche Absichten hat auch der Branchenführer Backwerk. Wie Pressesprecher Knut Pauli gegenüber BackBusiness betonte, würden kleinere Läden zugunsten größerer Standorte geschlossen bzw. bereits bestehende Flächen weiter ausgebaut. Derzeit gebe es schon ca. 70 Standorte im neuen Design. Dabei sei der Plan, bis 2015 alle BackWerke umzubauen und mit einem Cafe-Bereich auszustatten. Die Standort-Expansion in Deutschland würde während dieser Phase zwar weiterverfolgt, stehe aber nicht an erster Stelle.


Bei der Bäckerei Wilhelm Middelberg GmbH, Bad Iburg, die bisher unter der Marke Baking Friends am Markt operiert und im Gegensatz zu BackWerk und Back-Factory auf Standortein 1-B-Lagen setzt, steht ebenfalls eine komplette Neuorientierung an. Erst im Januar hat das Bad Iburger Unternehmen seine neue SB-Marke Middelberg Cafe vorgestellt. Dies ist ein SB-Bäckerei-Konzept mit angeschlossenem Cafe-Bereich. Da dieses gut anlaufe, so Swen Jaggard, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing bei
Middelberg, werde man sich ab sofort ausschließlich dem Ausbau des neuen Cafe-Konzepts widmen und keine neuen Baking Friends-Shops mehr eröffnen. Auf die 15 in diesem Jahr bereits eröffneten Objekte würden in diesem Jahr noch fünf Neueröffnungen und fünf zum Cafe umgebaute Baking Friends Standorte
folgen. Bis 2015 plane man insgesamt 60 neue Middelberg Cafes - 20 jedes Jahr - die man zur Hälfte in Eigenregie, zur Hälfte als Franchise-Geber betreiben wolle.

 

[entnommen aus: BackBusiness, Check up 2012, 28. Juli 2012]



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